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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden / Ortschaften die zur Pfarrei Dudenhofen Hl. Hildegard von Bingen gehören.

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Donnerstag, 20. August 2020

Vorstellung des neuen leitenden Pfarrers - Herrn Pfarrer Dr. Jens Henning

Ich freue mich, dass ich mich als Ihr neuer Pfarrer vorstellen darf.

Mein Name ist Jens Henning und ich komme gebürtig aus dem schönen Herxheim bei Landau. Geboren wurde ich im „Dreipäpstejahr“ und bin in einer gut katholischen Familie aufgewachsen. Nach der Erstkommunion begeisterte mich über viele Jahre das Messdienen. In der Jugendzeit war ich gerne mit Freunden unterwegs und auf den Weinfesten haben wir schön gefeiert.

Nach dem Abitur wollte ich nur eines: Medizin studieren. Da ich keinen perfekten Abischnitt hatte, versuchte ich über die Wartezeit einen Studienplatz zu ergattern. Meinen Zivildienst machte ich im Krankenhaus und hoffte anschließend auf einen Studienplatz. Doch leider war ich noch nicht an der Reihe. So jobbte ich bei vielen Firmen und lernte die Arbeitswelt ein wenig kennen.

Irgendwann bekam ich dann den entscheidenden Tipp. Ich könnte ein Jahr ins Ausland gehen, um die restliche Zeit zu überbrücken. In meiner Heimatgemeinde steht das Mutterhaus der Paulusschwestern, die auch mehrere Missionsstationen in Südafrika unterhalten. Ich nahm zu der aus Herxheim stammenden Schwester Elisabeth Kontakt auf.

Im Jahre 2001 begann dann das Jahr, das mein Leben, meine Ziele und meine Vorstellungen vom Leben komplett änderte. Die Missionsstation (umgeben von Stacheldraht und Elektrozaun) liegt in einem kleinen Ort namens Reitz ca. 200 km südlich von Johannesburg, am Rande der „Township“.

Mein Tag begann morgens mit dem Morgengebet und der Messe, danach ging es in den Kindergarten, der von deutschen Spenden gebaut wurde und weiter von Spenden am Leben gehalten wird. Nachmittags half ich im Altenheim bei der Pflege aus. Die Schwestern fuhren auch oft in den „Township“, um den allerärmsten Menschen zu helfen.

Durch diese Erfahrungen wuchs mein Glaube und ich begegnete Gott in diesen ärmsten Menschen.

Die Gottesdienste am Sonntag waren bombastisch. 2 Stunden voller Power und Freude mit Tanz und Trommeln. Unbeschreiblich! Trotz der großen Armut haben die Menschen einen ganz tiefen Glauben an Gott. Mit der Zeit wuchs in mir die Berufung in die Nachfolge Jesu zu treten und Priester zu werden. Ich wollte den Menschen meinen neu gewonnen Glauben weitergeben.

Und so studierte ich nach meiner Rückkehr in München und Rom Philosophie und Theologie. Nun lernte ich meinen Glauben auch mit der Vernunft zu begründen. Doch zuvor musste mein naiver Kinderglaube einem aufgeklärten Glauben weichen. Ein teilweise schmerzhafter, aber auch heilsamer Prozess. Im „Bierstüberl“ haben wir mit Studenten der Naturwissenschaften und mit Professoren oftmals bis spät in die Nacht leidenschaftlich diskutiert und manchmal „alles“ in Frage gestellt. Die wissenschaftliche   Theologie und die Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften begeisterte mich so sehr, dass ich nach meinem Diplom noch eine Promotion im Fach Dogmatik, bei Prof. Dr. Bertram Stubenrauch, mit dem Thema „Kenotisches Gottsein? Eine christologische Anfrage“ verfasste. Nun hatte ich Gott auf eine ganz andere Weise kennengelernt: Im Nachdenken über unsere Welt erschließt sich Gott als Urgrund allen Seins.

2013 wurde ich in Speyer zum Priester geweiht und meine erste Kaplanstelle führte mich nach Bexbach.

In dieser Zeit entwickelte ich mit Ehrenamtlichen die Taufelternkatechese. Dabei werden die Eltern der Täuflinge an einem Samstagnachmittag von Katechet*nnen auf das Sakrament der Taufe ihrer Kinder vorbereitet. Sie entdecken gemeinsam die vielen Symbole, die bei der Taufe eine wichtige Rolle spielen und können dann umso besser die Taufe ihrer Kinder als ein Moment der Gottesbegegnung verstehen.

Im Rahmen meiner 2. Dienstprüfung (Pfarrexamen) veranstaltete ich auch ein „Missionarisches-Projekt“ mit dem Titel „Gott am Zapfhahn“.

Ich wollte mit den Menschen in einen Dialog eintreten über die Grundlagen unseres Glaubens.

Der große Theologe Johann Baptist Metz stellte schon 1994 fest: „Wir haben heute eine Kirchenkrise; aber viel entscheidender ist doch: Es gibt eine Gotteskrise. Diese Krise ist kein Kirchenproblem, sondern ein Menschheitsproblem […]“.

Doch nach Papst Franziskus ist es heute notwendiger denn je, dass sich die Kirche nicht mit ihren Binnenräumen begnügt, sondern, dass sie „hinausgeht, um allen an allen Orten und bei allen Gelegenheiten ohne Zögern, ohne Widerstreben und ohne Angst das Evangelium zu verkünden.“

So legte ich diese Veranstaltung in eine Kneipe. Dort wo Menschen am Wochenende zusammenkommen um gemeinsam zu essen und zu trinken.

Die Zeit in Bexbach war sehr wertvoll und unvergesslich, besonders wegen der vielen großartigen Menschen, die ich kennenlernen durfte. Sie gaben mir Glaube, Hoffnung und Liebe.

Und so entdeckte ich Gott wieder auf eine ganz andere Weise, nämlich im ganz normalen Alltag der Menschen in Deutschland.

Nach meiner Kaplanszeit und ersten Erfahrungen als Administrator in Bexbach, eröffnete mir das Bistum die Möglichkeit als Schulseelsorger und Religionslehrer an das kath. Gymnasium Johanneum zu gehen. Ich musste erst eine Woche überlegen: Kann ich das? Nur Schule….

Meine neue Aufgabe unterschied sich auf den ersten Blick sehr von den bisherigen Aufgaben. Doch mit der Zeit spürte ich wo die Nöte und Probleme der Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen liegen. Schule ist auch eine Art Gemeinde. Hier verbringen die Schüler*innen und Lehrer*innen einen Großteil ihrer Lebenszeit. Alle bringen jeden Tag Freude, Hoffnung, aber auch Ängste und Probleme mit in die Schule.

Meine Aufgabe bestand darin, Ansprechpartner, ja Seelsorger, für all dies zu sein.

Pro Woche hatte ich 1-3 Gespräche. Die großen Themen waren: Mobbing, Trennung der Eltern, Pubertät, Tod eines geliebten Menschen, Sinn des Lebens, aber auch Fragen zu Spiritualität und Gott waren Themen der Jugendlichen.  Die Gottesdienste in der Aula waren eine Herausforderung. Über 800 Schüler*innen in einem großen Raum zum Gottesdienst. Mein evangelischer Kollege und ich gestalteten die Gottesdienste mit Filmausschnitten und modernen Popsongs. Die Schüler freuten sich nun jedes Mal auf die abwechslungsreichen und kurzweiligen Gottesdienste.

Meine Erfahrung zeigt, dass die allermeisten Schüler*innen religiös oder spirituell auf der Suche sind, aber mit den klassischen Gottesdiensten nichts mehr anfangen können, dort nicht mehr die spirituelle Erfahrung machen die sie suchen. Jugendliche möchten sich in den Gottesdienst einbringen mit ihren Ideen und neue Formen ausprobieren. Dann haben sie auch Lust und Leidenschaft Gottesdienst zu feiern.

Eine Hilfe für die Schulseelsorge war mein weißer Schweizer Schäferhund Bonny, die zum Schul- und Therapiehund ausgebildet wurde. Die Kinder und Jugendliche hatten große Freude mit ihr im Unterricht, in der Hunde AG und bei den Seelsorgegesprächen. Oftmals wirkte sie bei traurigen Kindern kleine Wunder. So sagte schon die Hl. Hildegard von Bingen: „Gib dem Meschen einen Hund und seine Seele wird gesund.“

Seit Januar war ich, neben der Schulstelle, noch Administrator der Pfarrei Hl. Kreuz in Homburg. Ich durfte wieder ein wenig in die Pfarreiarbeit hineinschnuppern und fand zunehmend wieder Gefallen daran. Als meine Schulstelle gestrichen wurde, war mir klar, dass mein Weg wieder in die Pfarrei zurückführen wird.

So bin ich nun sehr froh ab dem 1.10. Pfarrer Ihrer Pfarrei zu werden. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe.

Besonders aber freue ich mich Sie kennenzulernen und mit Ihnen ein Stück des Lebens- und Glaubensweges gehen zu können.

Die Aufgaben eines Pfarrers sind sehr vielseitig und komplex, doch mit Ihrer Hilfe und diesem wunderbaren Team werden wir in der Pfarrei eine gute gemeinsame Zeit haben.

Vor allem bitte ich Sie um Ihr Gebet.

Wir alle sind Christen, Brüder und Schwestern im Glauben, wir alle haben letztlich das gleiche Ziel, das Reich Gottes zum Leuchten zu bringen und weiter aufzubauen.

Dieses Ziel lässt sich auf ganz unterschiedlichen Wegen erreichen.

Ich freue mich auf die Vielfalt an Ideen und Talenten in Ihrer Pfarrei.

Mein Primizspruch lautet: Gott, du mein Gott, dich suche ich (Ps 63).

Gemeinsam mit Ihnen möchte ich mich auf die Suche nach unserem wunderbaren Gott machen. Ich entdecke „ihn“ immer wieder ganz neu an den unterschiedlichsten Orten. In meiner Freizeit lese ich gerne, gehe mit Bonny spazieren, schaue gute Filme und Serien und treffe mich am liebsten mit meiner Familie und Freunden. Beim gemeinsamen Kochen, Essen und einem guten Tröpfchen Wein, kann man Gottes Schöpfung wunderbar genießen.

Im Voraus danke ich Ihnen schon einmal für ihr Vertrauen.

Gott segne Sie und Ihre Familien.

Ihr Pfarrer Jens Henning

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