Freitag, 09. Januar 2026

Neue Begräbnisleiterinnen für unsere Pfarrei

© Christiane Raabe

Ein Dienst aus christlicher Berufung – Zeichen gelebter Barmherzigkeit

 

Abschied und Trauer gehören untrennbar zum Leben. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, braucht es Menschen, die da sind – die zuhören, trösten, Worte des Glaubens sprechen und den letzten Weg in Würde begleiten.

In solchen Momenten zeigt sich Kirche in ihrer tiefsten Gestalt: als Gemeinschaft, die Leid teilt und Hoffnung schenkt.

Eine christliche Begräbnisfeier ist kein Sakrament, sondern gehört zu den Werken der Barmherzigkeit. „Die Toten zu begraben“ – dieses siebte Werk wurde vom Kirchenvater Lactantius mit Bezug auf das Buch Tobit (Tob 1,17–20) hervorgehoben und hat sich in der katechetischen Tradition der Kirche fest etabliert.

Wer einen Verstorbenen zur letzten Ruhe begleitet, tut damit ein Werk tätiger Liebe. Es ist ein heiliger Dienst, weil er das Vertrauen bezeugt: Jeder Mensch ist von Gott geliebt – in Leben und Tod, in Freude und Leid.

So wird in der Sorge um die Verstorbenen und die Trauernden die Barmherzigkeit Gottes sichtbar. Denn wer eine Beerdigung begleitet, schenkt nicht nur Trost, sondern bezeugt den Glauben daran, dass Gottes Hand auch im Dunkel trägt.

Ausbildung zur Leitung von Begräbnisfeiern
Um Menschen auf diesem Weg gut begleiten zu können, bietet das Bistum Speyer eine qualifizierte Ausbildung an. In 25 Einheiten zu je sechs Stunden werden sowohl seelsorgliche als auch liturgische Fähigkeiten vermittelt. Die Teilnehmenden erwerben Kenntnisse über die Situation Trauernder, lernen Gesprächsführung und angemessene Haltungen im seelsorglichen Kontakt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung der Begräbnisfeier: der Auswahl von Gebeten und Schriftlesungen, der Vorbereitung und Leitung der Feier sowie der Formulierung einer Ansprache (Homiletik), in der das Leben der verstorbenen Person gewürdigt und der Glaube an die Auferstehung verkündet wird. Ergänzt wird die Ausbildung durch praktische Übungen und Hospitationen.

Vier neue Leiterinnen in unserer Pfarrei
Mit großer Freude dürfen wir bekanntgeben, dass erstmals vier engagierte Frauen unserer Pfarrei diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben:
Jutta Kinsler, Elisabeth Kostov, Renate Marburger und Irene Wimmi.

Sie werden künftig zusätzlich zu den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern in unserer Pfarrei Begräbnisfeiern leiten. Dabei bringen sie ihre Lebenserfahrung, ihren Glauben und ihr Mitgefühl ein, um Trauernde in schweren Stunden zu begleiten und die Hoffnung des Evangeliums erfahrbar zu machen.
Ihr Dienst ist Ausdruck gelebter Barmherzigkeit – ein Zeichen dafür, dass Glaube dort lebendig wird, wo Menschen einander beistehen.

Feier der Aussendung
Die feierliche Aussendung unserer neuen Begräbnisleiterinnen findet im Rahmen des Gottesdienst Plus am Sonntag, 11. Januar 2026, um 10:30 Uhr in Dudenhofen statt.
Alle Gemeindemitglieder sind herzlich eingeladen, mitzufeiern, für die vier Frauen zu beten und ihnen für ihren wertvollen Dienst Dank und Unterstützung zu zeigen.

Wir danken den vier Frauen von Herzen für ihre Bereitschaft, diesen Dienst zu übernehmen. Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und Glauben – und werden so für viele Menschen in Zeiten der Trauer zu einem sichtbaren Zeichen der Hoffnung.

Möge sie begleiten, was Jesus in den Seligpreisungen verheißt:
„Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.“
(Matthäus 5,4)

Im Vertrauen auf den Gott des Lebens –

Pfarrer Dr. Jens Henning