Demokratie braucht Hoffnung
Aktion zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Unsere Gesellschaft steht unter Druck: Viele erleben die Gegenwart als krisenhaft und ermüdend. Pessimismus, schwindendes Vertrauen und zunehmende Polarisierung prägen den öffentlichen Diskurs. In dieser Situation gerät Demokratie unter Druck – nicht durch fehlende Regeln, sondern durch fehlende Hoffnung.
Mit der Aktion „Demokratie braucht Hoffnung“ setzt die Pfarrei Hl. Hildegard bewusst ein Zeichen. Wir glauben: Unsere Gesellschaft kann mehr, als ihr oft zugetraut wird. Hoffnung ist keine Vertröstung, sondern eine Haltung, die Mut macht, handlungsfähig hält und den Blick für Lösungen öffnet.
Als Christ:innen sind wir überzeugt: Zukunft ist gestaltbar. Im Vorfeld der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 wollen wir dazu ermutigen, Demokratie hoffnungsvoll, dialogbereit und menschenwürdig zu leben – eine Haltung, die wir uns von allen wünschen, besonders von denen, die politische Verantwortung tragen.
Diese Haltung tragen wir sichtbar nach außen: In den kommenden Wochen zeigen Fahnen an unserer Pfarrkirche in Dudenhofen die Themen der Aktion. Sie wollen irritieren, Perspektiven öffnen und Gespräche über Demokratie, Hoffnung und Zukunft anstoßen.
Unsere Position in Gänze:
Lass mal hoffen.
Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Menschen daran glauben, dass Zukunft gestaltbar ist.
Hoffnung ist keine Vertröstung, sondern eine Haltung, die handlungsfähig macht. Wer hofft, rechnet damit, dass Veränderung möglich ist – durch gemeinsames Tun.
Demokratie braucht Hoffnung. Ohne sie ziehen sich Menschen zurück, überlassen Entscheidungen anderen oder wenden sich einfachen Antworten zu. Als Christinnen und Christen widersprechen wir der Vorstellung, dass alles immer schlimmer werden muss. Wir glauben an die Möglichkeit eines guten Morgen.
„Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin.“ Römer 8,24
Lass mal an das Gute glauben.
Demokratiefeindliche Haltungen leben von Angst, Wut und schlechter Laune. Sie zeichnen ein Bild der Zukunft, in dem nur Verlust, Bedrohung und Niedergang vorkommen. Dem setzen wir bewusst einen anderen Blick entgegen.
An das Gute zu glauben heißt nicht, Probleme zu leugnen. Es heißt, sich nicht von ihnen lähmen zu lassen. Es heißt, Chancen zu sehen, Verantwortung zu übernehmen und daran festzuhalten, dass gemeinsames Handeln Wirkung hat.
Wir brauchen Zukunftsbilder, die Mut machen – und Menschen, die sie mit Leben füllen.
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute.“ Römer 12,21
Lass mal zuhören.
Demokratie lebt vom Gespräch. Sie braucht Menschen, die einander zuhören, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind. Zuhören heißt nicht, alles gutzuheißen. Es heißt, den anderen ernst zu nehmen und um Lösungen zu ringen.
Wir wollen weg von einem politischen Klima, in dem es nur darum geht, andere schlechtzureden oder Vorschläge reflexhaft abzulehnen. Statt „Nein, weil …“ braucht es häufiger ein „Ja, wenn …“ – die gemeinsame Suche nach Bedingungen, unter denen gute Ideen gelingen können.
Zuhören ist eine demokratische Schlüsselkompetenz.
„Ein verständiger Mensch hört auf guten Rat.“ Sprüche 12,15
Lass mal Mensch sein.
Im Mittelpunkt unserer Gesellschaft steht der Mensch – jeder Mensch.
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie gilt ohne Ausnahme und ohne Bedingungen.
Hass ist keine Meinung. Rassismus, Ausgrenzung und die Abwertung von Menschen widersprechen dem christlichen Menschenbild. Zwischen völkischem, rassistischem oder rechtsextremem Denken und christlicher Nächstenliebe besteht ein grundlegender Widerspruch. Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes und trägt die gleiche Würde.
Wir stehen ein für Menschlichkeit, für Solidarität mit den Schwächsten und gegen eine Verrohung der gesellschaftlichen Debatte.
„Gott schuf den Menschen als sein Bild; als Bild Gottes schuf er ihn.“ Genesis 1,27
Lass mal Zukunft denken.
Unser Land braucht den Blick nach vorne. Demokratie heißt, Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen. Das gelingt nur, wenn wir bereit sind, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und gemeinsam nach Lösungen für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen zu suchen.
Zukunft entsteht dort, wo Menschen sich einbringen, Ideen entwickeln, Kompromisse schließen und Verantwortung teilen. Wir glauben an eine Gesellschaft, die sich nicht im Schlechtreden einrichtet, sondern mutig gestaltet.
Zukunft denken heißt: heute handeln.
„Seht, ich mache alles neu.“ Offenbarung 21,5
Lass mal wählen.
Wählen ist ein Grundrecht – und ein zentraler Ausdruck demokratischer Verantwortung. Wer wählt, übernimmt Verantwortung für das Gemeinwesen und für die Richtung, in die sich unser Land entwickelt.
Als Kirche rufen wir nicht zur Wahl einer bestimmten Partei auf. Wir rufen dazu auf, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Nichtwählen stärkt nicht die Kritik, sondern schwächt die Demokratie.
Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Stimme erheben. Nutzen wir sie.
„Suchet der Stadt Bestes … denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl.“ Jeremia 29,7